Donnerstag, 28. Januar 2010

Interkulturelles Kochen: vietnamesisch und brasilianisch am 11. Dezember

Foto Copyright: Martin Breger 2009

Der Abend war für die Vorbereitungsgruppe sehr arbeitsreich. Die Küche war der zentrale Punkt unseres Wirkens.


Viele Köche sollen ja den Brei verderben, aber unsere beiden Köche Adauto und Loan ließen sich von den vielen Helfern nicht aus der Ruhe bringen.vietnamesische Pho Bo
(Vietnamesische Rindfleischsuppe)

Baiana und Brasilianische Moqueca.

Foto Copyright: Martin Breger 2009

Liebevolle Essensausgabe von Loan


Foto Copyright: Martin Breger 2009


Die Zufriedenheit von Adauto nach seiner umfangreichen Essensvorbereitung.

Foto: Ras Adauto 2009

Der Buffetwagen ist angerichtet.

Foto Copyright: Martin Breger 2009




Das Essen ist angerichtetet und dazu noch brasilianische Musik live von Aline Mara und ihrer Band Mar A Bossa!

Foto: Ras Adauto 2009


Kleine Geshichte der Moqueca

Geschichtswissenschaftler haben herausgefunden, dass das Gericht “Moqueca” seinen Ursprung in der indigenen brasilianischen Kultur hat. Die Indios verwendeten Fisch, egal ob sie aus Süß- oder Salzwasser stammten, oder auch Fleisch, das sie auf der Jagd erbeutet hatten, für die Zubereitung des Gerichtes. Nachdem sie das Fleisch oder den Fisch mit aromatischen Kräutern gewürzt hatten, wickelten sie es in Blätter von Bananenstauden und gruben dies in der Erde ein. Zuvor hatten sie den Boden des Loches, dass sie dafür ausgehoben hatten, mit glühenden Steinen bedeckt und etwas Erde darüber geschüttet.
Auf diese Weise wurde das Fisch- oder Fleisch im Bananenwickel gegart. Dieses Zubereitungsverfahren wird “moquecar” genannt und prägt den Namen des Gerichtes bis heute. Das Essen wird traditionell mit Mehl gegessen, das aus geraspeltem und bei großer Hitze auf Holzfeuer gekochten Maniok hergestellt wird.

Durch die Ankunft der afrikanischen Sklaven aus dem Volk der Yoruba/Nigeria, Mitte des 18. Jh. in Bahia (Nordosten Brasiliens), wurde die Zubereitung der Moqueca beeinflusst. Die afrikanischen Hohenpriesterinnen, die den Traditionen ihrer Orixás (Götter der Candomblé-Religion) treu blieben, erweiterten die Zubereitung des indigenen Gerichtes mit Palmöl, Kokosmilch und Olivenöl und prägten den Namen “Moqueca”.

In den heiligen Ritualen des afro-brasilianischen Glaubens hat “Moqueca” Bedeutung als Opfergabe für den Orixá Yemanjá (Ye Omã ejá, Mutter der Fischkinder – Ursprungsmythos der Menschheit), die Mutter des Meeres, des Salzwassers und Mutter aller Orixás sowie den Orixá Oxum, Mutter der Flüsse, Schönheit, Wasserfälle und des Süßwassers, Schutzpatronin schwangerer Frauen und Göttin des Goldes. Die Menge des verwendeten Palm- und Olivenöls entscheidet darüber, für welchen Orixá die Opfergabe bestimmt ist. Yemanjá bevorzugt mehr Olivenöl. Oxum mag es, wenn der Fisch in reichlich Palmöl schwimmt.
Yemanja:

Oxum:
Auch losgelöst von ihrer rituellen Bedeutung ist “Moqueca” ein beliebtes brasilianisches Gericht. Es wird mit weißem Reis, in Palmöl zubereiteter Farofa mit Trockensrimps (Maniokschrot) oder dickflüssigem Maniokbrei serviert.

In der traditionellen brasilianische Küche ist man davon überzeugt, dass sich große Tontöpfe am besten für die Zubereitung von “Moqueca” eignen.


Ras Adauto
Nijinski Arts Internacional e.V.

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